Wie Du Kopenhagen an einem Tag kennenlernst

Sightseeing zwischen Smushi, Smørrebrød und Churros

Dir bleibt wenig Zeit in Kopenhagen? Gerade als Kreuzfahrtgast, als Besucher einer Veranstaltung oder als Durchreisender hat man nur einen Tag in Kopenhagen zur Verfügung. Wie Du es trotzdem schaffst die Vielfalt Kopenhagens und den typischen Flair der dänischen Hauptstadt zu erleben, möchten wir Dir gerne zeigen!

Wir befinden uns auf AIDA Ostsee-Tour und erreichen Kopenhagen als letztes Ziel unserer Reise. Leider legen wir erst um 13:00 Uhr an und um 20:00 Uhr wieder ab. So bleiben uns abzüglich der “Alle Mann an Bord”-Zeit magere 6 1/2 Stunden um die Stadt zu erkunden.

Natürlich wäre es komfortabler einen der angebotenen AIDA Ausflüge zu buchen, aber wir entscheiden uns dafür Kopenhagen auf eigene Faust zu entdecken. Zumal der Liegeplatz auf dieser Ostsee-Tour wirklich perfekt ist!

Liegeplatz der AIDAdiva in Kopenhagen:
Langelinie Pier 191 bis 199 zwischen Inderhaven und Nordhaven

Karte mit Sehenswürdigkeiten von Kopenhagen

Um den Landgang geschickt zu verplanen, verschaffen wir uns zunächst einen Überblick mit einer Karte. Vermerkt sind die wichtigsten, zentralen Sehenswürdigkeiten sowie der Liegeplatz:

Grob zur Einschätzung: Zu Fuß sind es 3,3 km vom Hafen bis zum entferntesten Ziel auf unserer Karte – dem Tivoli Vergnügungspark. Also ungefähr in 40 Gehminuten machbar.

Wir nehmen uns vor zu Fuß nach Nyhavn zu gehen. Entlang der legendären “Kleinen Meerjungfrau”, dem Schloss Amalienborg und der Frederiks Kirche. Am Nyhavn unternehmen wir eine Hafenrundfahrt. Auf was Du dort achten solltest, gehen wir später ein. Anschließend geht es zu Fuß durch die Innenstadt bis zum Rathaus bzw. Tivoli Park. Je nachdem, wie viel Zeit (und Lust) übrig bleibt gehen wir zu Fuß zurück oder nehmen uns ein Taxi. :)

Tipp für alle, die mehr als 6 1/2 Stunden zur Verfügung:
Wie bereits in Tallinn, haben wir auch hier überlegt an einer “Free Walking Tour” teilzunehmen. Eine kostenlose Stadttour auf Trinkgeldbasis. Diese starten aber häufig vormittags bzw. dauern ca. 3 Stunden… weitere Infos

Kopenhagen an einem (halben) Tag

An was Du denken solltest:

  • Bequeme Schuhe
  • Stadtplan
  • Kreditkarte – dänische Kronen müssen nicht eingetauscht werden (Kreditkarten werden auch an den kleinsten Buden angenommen)
  • Wasserflaschen (Getränke, aber auch Speisen sind extrem teuer)

Kopenhagen wir kommen!

Los geht’s! Pünktlich um 13:00 Uhr verlassen wir mit vielen anderen Reisenden das Schiff.

Einige nutzen die wartenden Hop-on Hop-off Busse. Doch das Geld kannst Du Dir eigentlich sparen. Dazu sind die Entfernungen der schönsten Sehenswürdigkeiten zu dicht beieinander. Außerdem möchte man bei den paar Stunden nicht immer wieder an den Busstationen warten.

Das erste Ziel ist in wenigen Minuten erreicht und kaum zu verfehlen. Dort, wo sich eine riesige Menschenmenge tummelt, wo sich Reisebusse dicht aneinander reihen, genau dort befindet sich die “Kleine Meerjungfrau”. Alle Kameras und Handys sind auf die kleine Statue im Wasser gerichtet:

Uns gelingt auch ein Foto ohne Leute: ;)

Vorbei an dem Gefion Springbrunnen und dem Kastell von Kopenhagen sind wir ungefähr 10 Minuten später auf dem riesigen Schlossplatz der Amalienborg. Dem Königssitz der dänischen Krone. Die Wachablösung haben wir leider verpasst. Diese findet täglich um 12:00 Uhr statt.

Auf dem großen Platz entdecken wir die Frederiks Kirche. Es lohnt sich einmal hineinzuschauen und die schöne Kuppel von Innen zu sehen.

Weiter geht es zu Fuß zum berühmten Nyhavn. Dem Ort, dem Du die meiste Zeit widmen solltest. Dicht aneinandergereihte, farbenfrohe Häuser. Schicke Cafés und Restaurants sowie ein buntes Treiben entlang der vor Anker liegenden Boote – wirklich unglaublich faszinierend.

So schön, dass wir uns nach dem Flanieren überlegen uns hier ein typisch dänisches Smørrebrød zu gönnen. Es wird bestimmt kaum einen Platz in ganz Dänemark geben, wo es teurer ist, aber das Ambiente kann sicherlich auch kaum getoppt werden. Also, ran an den Fisch!

Diese äußerst leckere Brotzeit kostet satte 20€ pro Teller. Ist aber wirklich ein kulinarisches Highlight. icon-thumbs-o-up

Von unserem Tisch aus sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite das rote Haus mit der Nr. 20. Dem Haus, in dem der berühmte Märchendichter Hans Christian Andersen seine erste Wohnung in Kopenhagen bezogen hat. Es scheint ihm am Nyhavn schon damals sehr gut gefallen zu haben. Denn Zeit seines Lebens ist er Nyhavn immer treu geblieben, auch wenn er innerhalb des Gebietes in verschiedenen Häusern gewohnt hat.

Nach dieser Stärkung geht’s rauf auf’s Wasser. Zu einer Hafen- und Kanalrundfahrt. Doch welche Hafenrundfahrt sollte man buchen? Und wo?

Welche Hafenrundfahrt in Kopenhagen?

Es gibt zwei verschiedene Anbieter, die sich im Prinzip nur preislich unterscheiden. Die Touren dauern bei beiden Anbietern ca. 1 Stunde, umfassen die gleichen Ziele / Fotostopps, legen je nach Saison mehrmals stündlich ab und sind auf deutsch buchbar.

Auf der Karte sind einmal die beiden Anbieter in Nyhavn als Boote markiert:

Die blauen Netto-Boote liegen auf der gegenüberliegenden Seite von der Haupt-Flaniermeile. Hier bezahlt man 6 € pro Person (Kinder 3 €).

Der Anbieter “Strömma” liegt direkt hinter dem Ankerdenkmal an der Ecke zum Kongens Nytorv. Am Ende der Haupt-Flaniermeile. Der Ticketstand von diesem Anbieter ist kaum zu übersehen. Kostenpunkt ca. 10 € pro Person.

Wer also “nur” eine Hafenrundfahrt buchen möchte, ist bei den blauen Netto-Booten besser aufgehoben. Bei Kombinationstouren mit Bus lohnt sich aber auch der andere Anbieter.

Aus Zeitmangel und Bequemlichkeit haben wir direkt bei dem ersten, etwas teureren Stand gebucht. Es ging auch direkt ins Boot. Nur haben wir jetzt die italienische Tour erwischt. Beim Ablegen stimmt unser Tourguide die italienische Nationalhymne an. Vermutlich, weil das EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Italien bevorsteht. Und vermutlich auch, um uns zu ärgern. ;) Witzig ist es trotzdem. Vor allem im Nachhinein, nachdem Deutschland im Elfmeterschießen gewonnen hat.

Jede Tour wird aber zweisprachig durchgeführt. Englisch ist immer mit dabei, so dass wir trotzdem folgen können. Also, alles halb zu schlimm!

Bei der gemütlichen Bootstour sehen wir Orte und Sehenswürdigkeiten, die gerade in der kurzen Zeit nicht zu Fuß machbar wären. Hier ein paar Impressionen von der Kanal- und Hafenrundfahrt:

Immer wieder heißt es “Kopf einziehen”, wenn wieder eine tiefe Brücke näher kommt. So auch kurz vor der Frelsers Kirke mit der markanten korkenzieher Turmspitze.

Auch die “Kleine Meerjungfrau” sehen wir zum zweiten Mal. Nur wirst Du hier kaum ein Foto ohne Menschen hinbekommen, auch wenn wir relativ dicht ranfahren.

Vom Wasser aus erhältst Du einen schönen Blick auf die Neue Oper:

Ebenfalls beeindruckend ist die drehbare Fußgängerbrücke Cirkelbroen nachdem man durch Christiana geschippert ist.

Außerdem sehen wir noch einmal Amalienborg mit der Frederiks Kirke vom Wasser sowie Christiansborg. Auch die Börse bekommt man sehr gut vom Wasser zu sehen. Die haben es hier aber mit den verdrehten Turmspitzen. ;)

Insgesamt ist es eine äußerst sehenswerte und gelungene Bootsfahrt. Auf der Skizze von Netto-Bådene siehst Du sehr schön, wo die Tour lang geht:

Quelle: http://havnerundfart.dk / Netto-Bådene A/S

Nach diesem tollen rundum Eindruck sind wir nach einer Stunde wieder im Nyhavn von Kopenhagen. Jetzt wollen wir uns wieder bewegen und nehmen uns die Innenstadt bis zum Rathaus vor.

Zu Fuß durch die Innenstadt von Kopenhagen

Am besten lässt sich die Innenstadt Kopenhagens auf der Strøget erkunden. Die Strøget ist bekannt als längste Einkaufsstraße überhaupt (ca. 1,1 km) und führt von Nyhavn gesehen direkt zum Rathausplatz mit dem angrenzenden Tivoli Vergnügungspark.

Doch kurz vorher lohnt sich ein Abstecher ins Kaufhaus Magasin Du Nord. Ein prachtvolles Gebäude gegenüber vom Königlichen Theater (Det Kongelige Teater) nahe der Strøget.

 

Direkt am Anfang der Strøget entdecken wir einen Stand mit süßen Leckereien. Was sind denn Churros? Auf dem Bild sieht es irgendwie nach einem süßen Gebäck in Pommes-Form aus. Und das mit Schokolade überzogen…

Mit so einer warmen Zuckerbombe in der Hand bummeln wir durch die Kopenhagener Einkaufsstraße.

Die Churros sind zwar keine dänische Spezialität, aber dennoch extrem lecker. Etwas zu süß vielleicht. ;) Und man braucht viele Tücher, um die geschmolzene Schokolade wieder überall abzuwischen.

Zum Shoppen bleibt uns zu wenig Zeit. Interessant ist es aber trotzdem einfach an den Einkaufsläden vorbeizuschlendern und rumzugucken. Hier z.B. der Storchbrunnen im Zentrum von Kopenhagen:

Ungefähr an dieser Stelle sehen wir auch ein Schild zum Royal Smushi Café. Ein Szenelokal in einer fast unscheinbaren Nebenstraße der Strøget bei dem man den dänischen Food-Trend Smushi probieren kann.

Smushi ist eine Kombination aus Sushi und Smørrebrød. Also kleine Sushi-Häppchen auf Butterbrot. Die es mit diesem geschützen Markennamen übrigens nur hier gibt.

Insgesamt sind wir ca. 45 Minuten auf der Strøget entlang spaziert bis wir das Rathaus erreichen. Für knapp über einem Kilometer Gesamtlänge nicht schnell, aber wer gemütlich schlendern möchte sollte diese Zeit mindestens einplanen. Wenn Du zusätzlich shoppen möchtest, natürlich mehr.

Gleich nebenan vom Rathaus befinden sich auch die Eingangstore des berühmten Tivoli Vergnügungsparks:

Wir haben jetzt leider keine Zeit mehr, um uns hier länger aufzuhalten. In einer Stunde sollen alle Passagiere an Bord sein, damit die AIDA pünktlich ablegen kann. Diese Zeit brauchen wir auch. Wir überlegen noch kurz ein Taxi zu nehmen, aber entscheiden uns dafür die 3,3 km zu Fuß zurückzugehen. Sooo weit ist es ja auch nicht. ;)

Auf dem direkten Weg zurück kommen wir noch einmal an Schloss Amalienborg und die alte Festung von Kopenhagen vorbei. Auch von der kleinen Meerjungfrau können wir uns noch verabschieden, die auch beim dritten Anlauf von zahlreichen Touristen umzingelt ist.

Auf der AIDA angekommen, werfen wir noch einmal einen Blick auf das Panorama von Kopenhagen:

Kurz nach 20:00 Uhr legen wir ab. Das obligatorische Horn und “Sail away” bleibt leider stumm, da es aufgrund der zentralen Lage zu dicht an den Wohnhäusern von Kopenhagen ist. Erst als wir uns der Öresundbrücke nähern ertönt die bekannte Auslaufmusik der AIDA.

Fazit zu Kopenhagen an einem Tag:

Du siehst, dass Du auch innerhalb kürzester Zeit einiges siehst und erlebst. Vor allem Nyhavn, die Hafenrundfahrt und die dänischen Leckereien sind ein Muss. Auch das Schlendern durch die Innenstadt sowie der Blick in die Frederiks Kirke in der Nähe der Amalienborg ist sehr zu empfehlen.

Natürlich ist es immer schöner eine Stadt intensiver und umfassender kennen zu lernen: Mehr Zeit für Besichtigungen von Kirchen oder Schlössern zu haben oder weitere Unternehmungen außerhalb des Zentrums zu planen. Aber für einen ersten Eindruck reicht es allemal. Und wenn Dir Kopenhagen ebenfalls so gut gefällt, kannst Du Dir ja auch in Zukunft einen längeren Aufenthalt vornehmen. ;)

Konnten wir Deine Planung mit diesem Erfahrungsbericht etwas erleichtern? Oder Dir einige Eindrücke von der “glücklichen” Stadt Kopenhagen vermitteln? Dann verrate es uns in den Kommentaren.

Du möchtest Kopenhagen auch mit der AIDA entdecken? Hier geht es zur Ostsee 2 Tour von AIDA. Aktuelle AIDA-Angebote veröffentlichen wir ca. 1x pro Woche auf unserer Entdecker.Reisen Facebook-Seite! Gleich auf “Gefällt mir” klicken. :)

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